Februar | Woche 05
Interview Christine Maier:
«Ich rechne nicht damit, jemals am Ziel meiner Träume anzukommen.»
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von Eugen Baumgartner
Christine Maier, 46, Journalistin, Moderatorin bei «10vor10», war zuvor u.a. Redaktionsleiterin beim SRF «Club», ist verheiratet mit Künstler David Dimitri und glückliche Mutter der Teenager Naomi, 16, und Robin, 15.
WW Christine Maier, sind Sie bei «10vor10» am Ziel ihrer TV-Träume angekommen?
CM Um Gottes Willen, hoffentlich nicht, ich rechne nicht damit, jemals am Ziel meiner Träume anzukommen.Weder beruflich noch sonst in meinem Leben. Was sollte ich denn danach tun?
Als Mutter von zwei Kindern haben Sie es in der CH-Fernsehwelt weit gebracht. Ein Weg voller Entbehrungen oder nur reine Konsequenz?
Ein intensiver Weg voller Glücksmomente, Spass, Erfahrungen und manchmal harter Arbeit.
Sie polarisieren, werden nicht nur geliebt und haben Erfolg. Was ist Ihr Geheimnis?
Ich weiss, dass ich polarisiere, und das ist gut so. Wer als Journalistin nicht polarisiert, macht wohl etwas falsch. Wir wissen ja: allen Leuten recht getan... Aber ein Geheimnis hab ich nicht. Ich versuche einfach, meinen Job sehr gut zu machen, ohne mich dabei selber all zu ernst zu nehmen.
Obwohl sie seit 25 Jahren am Bildschirm präsent sind, nahm man Sie erst als Moderatorin vom «Club» richtig wahr. Absicht?
Sie denken, ich sei vor dem «Club» 15 Jahre Fernsehmoderatorin gewesen, mit der Absicht, nicht wahrgenommen zu werden? Ein interessanter Approach. Darüber muss ich wohl noch ein wenig nachdenken.
Was würden sie heute anders machen?
Ich hätte gerne mehr Kinder gehabt.
Und warum?
Weil ich meine zwei so gerne habe. Es ist das schönste, mit ihnen zusammen zu sein, sie auf dem Weg ins Leben zu begleiten, mit ihnen zu lachen, diskutieren und manchmal auch zu streiten.
Ihr mann David Dimitri ist Seiltänzer und Performer. Sie dagegen stehen gerne mit beiden Beinen auf dem Boden. Wie harmoniert Ihre Ehe?
David und ich verstehen uns sehr gut. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen – unsere Ehe ist reine Privatsache.
Sind Sie gerne prominent?
Das habe ich mich noch nie gefragt, aber ich denke, die Vorteile überwiegen. Jedenfalls habe ich viele wunderbare Menschen kennengelernt, die ich ohne meine Arbeit beim Schweizer Fernsehen wohl nicht getroffen hätte.
Was möchten Sie mal werden?
Eine gesunde, humorvolle Oma für möglichst viele Enkel. Aber das hat natürlich noch Zeit. Vorher eine elegantere Tänzerin, eine fleissigere Gärtnerin oder eine bessere Klavierspielerin.
Interview aus dem WW Who is Who in Zürich 2012

